Dienstag, 2. September 2014

Ein Praktikum... mal wieder.

Ja, es ist mal wieder soweit. Ich hab meinen Koffer gepackt und bin in eine andere Stadt gegangen, um mich praktisch weiterzubilden. Diesmal ist es Göttingen für sechs Wochen. Ja, nur sechs Wochen. Das hat das Institut ganz prima konzipiert - wir haben im Prinzip zwei Semesterferien Zeit, dieses Pflichpraktikum zu absolvieren. Entweder in den sechs Wochen zwischen dem ersten und dem zweiten Semester oder innerhalb der 10 Wochen zwischen dem zweiten und dem dritten. Dann muss es aber auch gemacht sein! Wann man da die Hausarbeiten schreiben soll, die man auch bis zum Ende des dritten Semesters brauch, um mit den daraus resultierenden Punkten die Masterarbeit zu schreiben - darüber hat sich glaube ich keiner einen Kopf gemacht. Die Studenten machen das schon! Gut.
Zwischen dem ersten und dem zweiten Semester hatte ich mich gegen das Praktikum und für die Hausarbeit entschieden, was ich dann schon wieder bereut habe, als ich mich kurz danach für den Sommer bewerben musste. Aber welches Theater hat im Sommer schon offen? Sommerpause! Super Sabrina! Heldenhaft gelöst! 
Aber nach einigem hin und her war Land in Sicht - durch die Kooperation des Instituts mit dem DT waren hier vier Wochen Praktikum möglich. Leider nur vier. Sechs sind Pflicht. Aber meine Chefin ist ja nett und war auch mal Studentin und konnte mich deswegen noch zwei Wochen bei den Händel-Festspielen unterbringen. Also stand für das Praktikum Göttingen fest. Nun gut!
Gestern ging es also los! Zu wirklich humanen Zeiten, zu denen ich sonst auch aufstehe (allerdings nur, um kurz im Bad zu verschwinden und dann wieder im warmen Bett zu verschwinden!), klingelte also mein Wecker. 4.30 Uhr! Aber mit Kaffee und viel frischer kalter Luft ging das schon. Pünktlich 5.15 Uhr konnte ich mich dann also mit Sack und Pack (was jetzt nicht gerade wenig und leicht war!) auf dem Weg zum Bus machen. Wie gesagt pünktlich! Aber der Bus war überpünktlich, sodass ich ihm doch hinter her rennen musste und demnach schon fix und fertig im Bus ankam. Ich liebe es, wenn ich um diese Uhrzeit schon im Stress bin. Gott sei Dank rettete mich der Yormas am Bahnhof und konnte mich auch zu dieser nachtschlafenden Zeit schon mit Früchtetee und einem Tomate-Mozarella-Baguette versorgen. Wenigestens etwas Gutes an diesem Morgen. Der weitere Weg verlief erstmal wie geplant: Koffer, Tasche und Rucksack in den ersten Zug wuchten, den erstbesten Platz suchen und feststellen, dass die Bahn immer durch die Pampa fährt und somit mein schickes Telefon mir sagte: Kein Netz! -,-
In Würzburg angekommen - Koffer, Tasche und Rucksack aus dem Zug rauswuchten, feststellen, dass es weder einen Aufzug noch Kofferbänder gibt (ich hasse die Deutsche Bahn!), also alles die Treppe runter, beim passenden Gleis wieder rauf und alles rein in den ICE. Platz gesucht und weiter gehts. Im ICE habe ich dann angefangen die Pflichtlektüre fürs nächste Semester zu lesen (ja, man erkläre mich für verrückt) und hätte dabei fast verpasst, mich aufs aussteigen vorzubreiten. 
In Göttingen angekommen wurde mir der Weg vom Gleis (hier gab es einen Aufzug) zum Busbahnhof zur Ewigkeit. Schon nach wenigen Metern verfluchte ich meinen Koffer, meinen Rucksack und meine kleine, aber schwere zusätzliche Tasche, weil ich schon Schwielen an den Händen hatte. Aber im nachhinein betrachtet, war da noch alles in Ordung.
Nach dem ich auch die Odysee des Schlüsselholens hinter mir hatte - nein das möchte ich jetzt wirklich nicht nochmal in mein Gedächtnis rufen - stand ich also vor dem Haus in dem sich mein Zimmer befinden sollte. Gut. Koffer rein in den Hausflur und mit Tasche und Rucksack auf nach oben. Noch eine Treppe und noch eine und noch eine... nach kurzer Zeit hatte ich das Gefühl ich besteige das Empire State Building und ließ meine Tasche "zurück". Und tatsächlich: mein Zimmer war GANZ OBEN! Und natürlich musste alles noch da hoch. Dementsprechend fix und fertig und durchgeschwitzt war ich, als ich alles in meinem bescheidenen Zimmerchen hatte. (Ja, bescheiden und Preisträger für Gemütlichkeit wird es auch nicht, aber es hat ein Bett einen Tisch und... einen Schrank. Immerhin) Also kurz frisch machen und dann ab zur Praktikumsstelle!
Dazu kann ich nur sagen, dass es mir nach zwei Tagen schon so richtig Spaß macht! Das Team ist so nett und ich lerne noch richtig viel dazu. Ich bin meiner Chefin vom DT dafür super super dankbar, dass sie mich an die Händelfestspiele vermittelt hat, denn es ist wirklich toll dort.
Inzwischen hab ich auch ein bisschen was von Göttingen gesehen und es ist auch eine echt schnuckelige Stadt - die vielen Gässchen und schiefen Häuser. Herrlich. Ich hab mich natürlich auch schon ordentlich verlaufen, aber dank meines Telefons wieder gut nach Hause gefunden. Ich bin sehr gespannt, was in den nächsten fünfeinhalb Wochen noch so alles auf mich zu kommt, aber in diesem hübschen Städtchen lässt es sich aushalten. Am Wochenende werde ich das süße Café ausprobieren (sofern ich es wiederfinde) und mir alles in aller Ruhe ansehen. Ich werde euch auf jeden Fall berichten - hab ja abends jetzt Zeit, so ohne Fernseher :D

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