Die Dinge über die ich mich aufrege sind eigentlich ziemlich banal. Es sind die anderen Verkehrsteilnehmer, meine Professoren oder manchmal auch meine Kommilitonen. Aber eigentlich ist es nie wirklich etwas schlimmes oder weltbewegendes. Denn wenn ich mir mein kurzes 24jähriges Leben so betrachte, dann muss ich wirklich sagen, dass ich von Glück gesegnet bin. Es ist relativ egal, was ich mir anschaue, irgendwie lief immer alles ganz rund. Ich hab den FSJ-Platz bekommen, den ich damals wollte. Ich hab den Studienplatz bekommen, den ich wollte. Ich konnte in das Land ins Ausland gehen, in das ich wollte. Ich wollte mit meinem Liebsten zusammen den Master machen und auch das hat geklappt! Und das sind, sagen wir mal, die eher nebensächlicheren Sachen des Lebens, auch wenn eine gute Ausbildung wirklich wichtig ist für's Leben!
Aber ich hab auch eine wirklich fantastische Familie, die immer hinter mir steht, die jeden Scheiß mit mir mitgemacht hat und die mich einfach so liebt, wie ich gerade bin. Und ich bin für jedes einzelne Familienmitglied, dass ich habe so dankbar, dass die Vorstellung irgendjemanden davon nicht mehr zu haben so schrecklich weh tut, dass ich diese Bilder im Kopf lieber ausblende, weil es nicht erträglich ist.
Dazu habe ich einen zauberhaften Fast-Mann. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen hab, hab ich mich - ganz Sabrina-typisch - erstmal über ihn aufgeregt (das war beim Eignungstest für den Bachelor und er hat jedem von seinem "Auddo" erzählt), aber ... ich kann es nicht beschreiben ... er ist einfach der Richtige. Ich schaue ihn an und bin jeden Tag aufs Neue glücklich. Wir leben fast seit Anfang an zusammen, haben natürlich einen Alltag, aber es fühlt sich nicht alltäglich an. Es ist irgendwie jeden Tag wieder neu und jeden Tag wieder schön. Und es zaubert mir immer noch ein verliebtes Lächeln auf die Lippen, wenn ich daran denke, wie er bei der Erst-Party zu mir sagte: "Hey, ich bin der Andi." Und dann haben wir beschlossen unser Glück zu verdreifachen. Und wir haben einen Zeitpunkt festgelegt, an dem es klappen muss. Und es hat geklappt!
Und nun habe ich seit einer Woche meinen kleinen Goldschatz. Und ich sehe ihn an und könnte einfach nur heulen vor Glück und vor Freude. Und weil er so wunderschön ist. Perfekt.
Wie er in die Welt gekommen ist, war nicht leicht, aber ich schaue ihn an und es ist vergessen. Er ist gesund und munter. Und er lächelt mich schief an, wenn ich ihn knuddel und das erfüllt mich so mit Wärme und Glück, dass ich die ganze Welt umarmen könnte.
Ich bin wirklich so unendlich glücklich, dass ich manchmal Angst bekomme, dass irgendwas Schlimmes passiert. Dass das plötzlich vorbei ist und ich irgendjemanden verliere. Dass mein unendliches Glück doch endlich ist. Klingt das egoistisch, dass ich auf nichts verzichten will? Sondern alles am liebsten noch fester halten möchte, damit wirklich nichts verloren geht? In solchen Momenten habe ich sogar Angst, wenn mein Schatz einfach nur Brötchen holen geht... Dass er nicht mehr wieder kommt. Oder dass, wenn das Telefon klingelt, mir jemand sagt, dass jemand nicht mehr ist... Der Gedanke daran treibt mir die Tränen in die Augen. Schnürt mir die Luft ab.
Aber ich glaube das ist normal. Es geht jedem Menschen so mit den Menschen, die er liebt! Und keiner möchte auf diese Menschen verzichten müssen. Also sollten wir alle auf uns aufpassen! Weil wir alle Menschen sind, die von anderen geliebt werden. Und weil es anderen furchtbare Schmerzen breiten würde, wenn wir nicht mehr da sind. Passen wir auf uns auf und genießen wir vor allem die Stunden und Minuten, die wir zusammen haben. Genießen wir unser Glück. (Und dämmen unser Aufregen über banale Dinge etwas ein. Denn davon bekommt man womöglich wieder Bluthochdruck, Herumflattern oder sonst was. Und das wäre dann wieder kein Auf-sich-aufpassen!)