Dienstag, 24. Februar 2015

Ist unendliches Glück irgendwann endlich?


Die Dinge über die ich mich aufrege sind eigentlich ziemlich banal. Es sind die anderen Verkehrsteilnehmer, meine Professoren oder manchmal auch meine Kommilitonen. Aber eigentlich ist es nie wirklich etwas schlimmes oder weltbewegendes. Denn wenn ich mir mein kurzes 24jähriges Leben so betrachte, dann muss ich wirklich sagen, dass ich von Glück gesegnet bin. Es ist relativ egal, was ich mir anschaue, irgendwie lief immer alles ganz rund. Ich hab den FSJ-Platz bekommen, den ich damals wollte. Ich hab den Studienplatz bekommen, den ich wollte. Ich konnte in das Land ins Ausland gehen, in das ich wollte. Ich wollte mit meinem Liebsten zusammen den Master machen und auch das hat geklappt! Und das sind, sagen wir mal, die eher nebensächlicheren Sachen des Lebens, auch wenn eine gute Ausbildung wirklich wichtig ist für's Leben! 
Aber ich hab auch eine wirklich fantastische Familie, die immer hinter mir steht, die jeden Scheiß mit mir mitgemacht hat und die mich einfach so liebt, wie ich gerade bin. Und ich bin für jedes einzelne Familienmitglied, dass ich habe so dankbar, dass die Vorstellung irgendjemanden davon nicht mehr zu haben so schrecklich weh tut, dass ich diese Bilder im Kopf lieber ausblende, weil es nicht erträglich ist.
Dazu habe ich einen zauberhaften Fast-Mann. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen hab, hab ich mich - ganz Sabrina-typisch - erstmal über ihn aufgeregt (das war beim Eignungstest für den Bachelor und er hat jedem von seinem "Auddo" erzählt), aber ... ich kann es nicht beschreiben ... er ist einfach der Richtige. Ich schaue ihn an und bin jeden Tag aufs Neue glücklich. Wir leben fast seit Anfang an zusammen, haben natürlich einen Alltag, aber es fühlt sich nicht alltäglich an. Es ist irgendwie jeden Tag wieder neu und jeden Tag wieder schön. Und es zaubert mir immer noch ein verliebtes Lächeln auf die Lippen, wenn ich daran denke, wie er bei der Erst-Party zu mir sagte: "Hey, ich bin der Andi."  Und dann haben wir beschlossen unser Glück zu verdreifachen. Und wir haben einen Zeitpunkt festgelegt, an dem es klappen muss. Und es hat geklappt! 
Und nun habe ich seit einer Woche meinen kleinen Goldschatz. Und ich sehe ihn an und könnte einfach nur heulen vor Glück und vor Freude. Und weil er so wunderschön ist. Perfekt. 
Wie er in die Welt gekommen ist, war nicht leicht, aber ich schaue ihn an und es ist vergessen. Er ist gesund und munter. Und er lächelt mich schief an, wenn ich ihn knuddel und das erfüllt mich so mit Wärme und Glück, dass ich die ganze Welt umarmen könnte.
Ich bin wirklich so unendlich glücklich, dass ich manchmal Angst bekomme, dass irgendwas Schlimmes passiert. Dass das plötzlich vorbei ist und ich irgendjemanden verliere. Dass mein unendliches Glück doch endlich ist. Klingt das egoistisch, dass ich auf nichts verzichten will? Sondern alles am liebsten noch fester halten möchte, damit wirklich nichts verloren geht? In solchen Momenten habe ich sogar Angst, wenn mein Schatz einfach nur Brötchen holen geht... Dass er nicht mehr wieder kommt. Oder dass, wenn das Telefon klingelt, mir jemand sagt, dass jemand nicht mehr ist... Der Gedanke daran treibt mir die Tränen in die Augen. Schnürt mir die Luft ab. 
Aber ich glaube das ist normal. Es geht jedem Menschen so mit den Menschen, die er liebt! Und keiner möchte auf diese Menschen verzichten müssen. Also sollten wir alle auf uns aufpassen! Weil wir alle Menschen sind, die von anderen geliebt werden. Und weil es anderen furchtbare Schmerzen breiten würde, wenn wir nicht mehr da sind. Passen wir auf uns auf und genießen wir vor allem die Stunden und Minuten, die wir zusammen haben. Genießen wir unser Glück. (Und dämmen unser Aufregen über banale Dinge etwas ein. Denn davon bekommt man womöglich wieder Bluthochdruck, Herumflattern oder sonst was. Und das wäre dann wieder kein Auf-sich-aufpassen!)

Montag, 2. Februar 2015

Denkresistenz und Muttikurs

Ich bin ja jemand der sich gern und auch recht viel aufregt. Mal länger, mal kürzer. Mal schneller, mal langsamer. Je nach Tagesform und Anzahl der nächtlich geschlafenen Stunden (ja, das ist ein sehr wichtiger Faktor. Man kann sich also merken, je dunkler die Augenringe, desto reizbarer die Sabrina ;)). Nun bin ich damit ja aber nicht allein. Jeder regt sich mal auf, sogar das ruhigste Gemüt fährt mal aus der Haut. Ein ruhiges Gemüt ist mein Liebster zwar nicht, aber er regt sich anders auf als ich und auch in anderen Situationen. Was sehr praktisch ist, weil wir uns dann gegenseitig beruhigen können oder uns über den anderen lustig machen, weil es manchmal schon sehr amüsant ist, was bei den Wutanfällen des anderen rauskommt. So auch neulich. Wir waren gemeinsam auf den Weg zur Uni und mein Liebster regt sich sehr gern im Straßenverkehr auf - egal ob er als Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer daran teilnimmt. Er schimpft dann über den Autofahrer der zu schnell an den Zebrastreifen rangefahren kommt und dann stark bremsen muss ("Na, dem haben sie doch ins Hirn g'schissen! Wie blöd is' man denn, wenn man so an den Zebrastreifen ranrast!") oder gar drüber fährt ("Ja, geht's denn noch? Da hält man an, du Dummdödel!"). Er flucht, wenn jemand die Vorfahrtsregeln in der 30er-Zone nicht kann und ihm entweder die Vorfahrt nimmt oder darauf wartet, dass er fährt, wenn der andere Vorfahrt hat ("Ja, du doofe Tralla. Hast in der Fahrschule' net aufgepasst, oder was?"). Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich - zumindest wenn ich am Steuer sitze - da ganz ähnliche Sachen auffahre, woraufhin mein Liebster schon mehrfach von der Seite gefragt hat, ob ich mich nicht lieber auf den Verkehr konzentrieren möchte, anstatt die Leute zu beschimpfen. Die Antwort meinerseits könnt ihr euch ja ausmalen - ihr müsst dabei bedenken: In dem Moment rege ich mich gerade auf... (In so einer Situation ist leider auch mein erstes Blitzerfoto entstanden. Da hab ich mich jedoch nicht über die anderen Verkehrsteilnehmer aufgeregt, sondern über den Mitfahrer, den wir mitgenommen haben... Ich überlege immer noch ihm das Foto in Rechnung zu stellen...)
Jedenfalls waren wir neulich auf dem Weg zur Uni und mein Schatz hatte seinen Über-die-Verkehrsteilnehmer-Mecker-Tag und wir haben gesehen, wie ein Auto recht zügig aus der Ausfahrt gefahren ist und ein anderes, welches in der 30er-Zone eh viel zu schnell unterwegs war, abbremsen musste. Es gab ein Hupkonzert und der Abgebremste ist dem Abbremsenden die restliche Strecke an der Stoßstange klebend hinterher gefahren. Es liegt also wirklich keine autofahrerische und geistige Glanzleistung dahinter. Der Kommentar von meinem Schatz dazu, war jedoch das absolute Highlight und ich habe den restlichen Weg in die Uni darüber lachen müssen. Es lief also neben mir und sagte, nachdem er das beobachtet hatte, ganz trocken zu mir: "Also weißt du.... Manche Leute sind doch einfach denkresistent." 
Punkt. 
Denkresistent!
Ich hab so gelacht. Und musste ihm da leider zustimmen. Es gibt manchmal sogar viel zu viele Leute, die eine gewisse Denkresistenz vorweisen, aber irgendwie hat mir bisher dieser Begriff in meinem Wortschatz für solche Leute gefehlt. 
Denkresistent :D Ach schön...

Ganz unbeeindruckt von der Beobachtung von denkresistenten Autofahrern und dem Besuch der Uni wird mein körperlicher Umfang scheinbar täglich größer. Von meinen Füßen habe ich mich schon vor Wochen verabschiedet, Schuhe anziehen ist mittlerweile Aufgabe meines Liebsten und auch wenn etwas auf dem Fußboden gefallen ist, ist es für mich fast ein Staatsakt es wieder aufzuheben (und wehe, es fällt mir gleich wieder aus der Hand!) Auch Socken und Hosen anziehen geschieht mittlerweile unter großem Stöhnen und Ächtzen und die Haare kopfüber föhnen... naja... danach könnte ich glatt wieder schlafen gehen, weil ich fix und fertig bin. Geht aber nicht, hab ja schon Haare gemacht ;) Jedenfalls wurde es also Zeit für den Muttikurs. Ja, ich nenn das jetzt mal Muttikurs, weil hecheln lernt man da gar nicht. Mein Schatz und ich hatten uns für einen Paarkurs entschieden und der fand also letztes Wochenende statt. Ich muss sagen, er war wirklich sehr hilfreich und ich stehe dem Kommenden jetzt immer noch mit Respekt, aber auch etwas mehr Gelassenheit gegenüber. Soweit so gut. Nun gibt es aber noch zwei Termine ohne Männer, nur für die werdenden Muttis und bis heute morgen habe ich mich gefragt, was da wohl so gemacht wird und ob es die überhaupt brauch. Die braucht es! Obwohl der Termin heute für mich zu einer unmenschlichen Zeit war (normalerweise steige ich da aus der Dusche!), war es richtig schön. Es ist so eine richtige Muttirunde, man schwatzt über seine Problemchen (nach einer Stunde Wohnung putzen, muss erstmal ein einstündiges Schläfchen her, sonst hält man die Rückenschmerzen ja nicht aus) und über die Männer (das mit dem Schuhe anziehen muss er übernehmen, das bekomm ich nicht mehr hin) oder auch darüber, was die kleinen Wesen in einem so treiben (nachts wird mit dem Magen Fußball gespielt - als ob man nicht schon genug Probleme mit Sodbrennen hätte...). Und wenn dann noch die Runde aus werdenden Muttis auf eine Runde aus gewordenen Muttis mit den Zwergen trifft, haha, dann gibt's kein halten mehr. Ohhhh, der Kleine ist aber süß. Und trinkt er gut? Und: Ach, du hast aber einen kleinen Bauch! Wann ist Termin? Sobald schon, dann bekommst du bestimmt ein ganz kleines Baby. Ganz ehrlich. Ich hatte echt mal Horrorvorstellungen vor solchen Gesprächen - deswegen hatte ich mich ja auch gegen den klassischen Muttikurs entschieden, der 14 Wochen lang jede Woche stattfindet. Aber ich muss euch sagen, ich bin mittlerweile wahrscheinlich so hormonverseucht - ich finds geil! Ich freu mich schon richtig auf nächste Woche, wenn wir wieder Muttikurs haben und wieder schwatzen können. Und schade, dass das dann schon das letzte Mal ist! Aber... wir wollen uns zum Muttifrühstück treffen ;)