Samstag, 14. November 2015

Was ist nur los mit der Welt?

Wir saßen heute morgen ganz gemütlich am Frühstückstisch. Wir drei. Eine glückliche Familie, die gerade (mal wieder) einen Umzug plant. Ich hab auf Facebook nur geschrieben, dass wir noch ein bisschen Hilfe brauchen und dann sehe ich, dass ein Freund von uns geschrieben hat, dass er bei den Pariser Terroranschlägen in Sicherheit war.
WAS?
Ich las meinem Schatz betreten die kurze Meldung vor und wir schalteten sofort den Fernseher an. Die Bilder und die Zahlen der Toten nahmen uns die Sprache. Schon wieder Anschläge. Schon wieder Paris. Charlie Hebdo ist doch gerade einmal 10 Monate her! 
Vorhin  habe ich dann noch ein paar Nachrichten im Netz gelesen. Die Menschen standen vor Cafés und wurden einfach nieder geschossen...
Ich finde diese Vorstellung furchtbar! Du stehst womöglich mit deinen engsten und besten Freunden vor deiner Lieblingsbar oder Café und feierst gerade... was auch immer! Dass ihr euren Masterabschluss habt, dass sich deine beste Freundin verlobt hat... oder einfach nur, dass mal wieder eine stressige Arbeitswoche, in welcher der neue Chef echt wieder ein Arsch war, vorbei ist. Und dann stehst du endlich in der Runde, mit den Menschen, die dir was bedeuten und urplötzlich werden sie niedergeschossen.
Was geht da in den Menschen vor? In denen, die schießen? In denen, die ihre Lieben verlieren? 
Was ist, wenn da eine Familie den Papa oder die Mama verliert, weil er oder sie sich mal wieder einen schönen Abend gemacht hat? Wollen diese Attentäter bewusst solche schmerzlichen Wunden reißen? Oder ballern sie einfach drauf los, geblendet von irgendeiner extremistischen Ideologie ohne Sinn und Verstand? 
Wenn ich hier so sitze, kann ich nur den Kopf schütteln. Mir fehlen die Worte. Ich weiß auch nicht so recht, was ich da noch schreiben soll. Dieser Blog war eigentlich mal dazu gedacht, dass ich mich über die kleinen Dinge des Lebens auslasse, aber warum sich über... die Krümel auf der Arbeitsplatte aufregen, wenn es in der Welt doch schlimmeres gibt?

#prayforparis
#jesuisparis

Montag, 7. September 2015

Rest in Peace Ailan!

Ich stand bei McCafé an der Kasse und bezahlte den Espresso von meinem Mann, als ich das schreckliche Bild zum ersten Mal sah. Die Bild lag auf dem Tresen und da war es groß auf der Titelseite: Das Flüchtlingskind Ailan tot am Strand. Ich bekam Gänsehaut, einen fetten Kloß im Hals und irgendwie war mir der Appetit auf den BigMac vergangen. Gestern Abend nach dem Tatort haben wir noch ein bisschen rumgezappt, sind bei Harry Potter hängen geblieben. Im Anschluss kam Spiegel-TV mit dem Thema "Flüchtlinge" und wieder das Bild von Ailan. Auf manchen Bildern konnte man sogar sein kleines, zartes Gesicht sehen... Und da war sie wieder, die fette Gänsehaut, der Kloß im Hals, begleitet von einer Übelkeit, die einem den Atem geraubt hat. Wahrscheinlich gehen mir solche Bilder noch näher seitdem ich selbst Mutter bin. Seitdem ich weiß, wie abgöttisch man sein Kind liebt und dass man alles für ihn tun würde, damit sein Leben für ihn bestmöglich verläuft. Wenn die Bilder eines toten fremden Kindes schon so viel Kummer bei mir auslösen, dann will ich noch weniger wissen, wie es ist sein eigenes Kind zu verlieren. Von Ailans Familie ist nur sein Papa übrig geblieben. Der Mann hat alles verloren, was ihm lieb und teuer ist - seine Kinder und seine Frau. Die seelischen Schmerzen müssen unerträglich für ihn sein. Ob man nach sowas je wieder richtig glücklich wird? 
Und dann surft man so durchs Internet. Wäre das einem deutschen Kind passiert - das Netz wäre voll mit Beileidsbekundungen. Alle würden mittrauern und dem Vater ihr Beileid aussprechen. Und was findet man über Ailan? Worte der Freude, Hassparolen gegen die Flüchtlinge. "Wir trauern nicht, sondern feiern es. Nur ein Flüchtling, ein Flüchtling ist zu wenig [...]" (Welt.de). WIE BITTE??? 
Wo ist die Menschlichkeit geblieben? Wo kommt dieser Rassismus her? Hat denn niemand aus dem 20. Jahrhundert etwas gelernt? Das sind Menschen, es ist ein Kind! Sie sind auf der Flucht vor Krieg, Hass und Gewalt! Und was ist unser Begrüßungsgeschenk an sie? Hass und Gewalt?! Die Menschen sind wochenlang unterwegs, sie geben in ihrer Heimat alles auf, nehmen ihr letztes Geld in der Hoffnung auf ein besseres Leben und werden dann so begrüßt, wie z.B. in Heidenau?! Wo leben wir denn bitte? Wollt ihr jetzt etwa auch den kleinen Mann mit dem schmalen Schnurrbart zurück, damit er das "Problem" für euch löst? 
Was ist mit den Menschen, die in der Nazi-Zeit vor dem Regime geflüchtet sind? Meint ihr ernsthaft, die wurden so behandelt? Oder mit den Menschen, die aus dem Osten flüchten mussten, als der Krieg vorbei war? Die haben das gleiche durchgemacht und wahrscheinlich sind es jetzt auch gerade die, die so hetzen. So hassen. So dumm sind! Ja, wirklich! Ich nenne das dumm! Das sind hirnverbrannte Menschen, die so sprechen! Oder was ist mit denen die aus der DDR geflohen sind? Meint ihr, deren Unterkünfte wurden auch angezündet? Wurden sie auf ihrem Weg auch mit Steinen beworfen? 
Wo bleibt euer Einfühlungsvermögen? Diese Menschen fühlen sich in ihrer Heimat so bedroht, dass sie sie verlassen! Aber das kann sich so jemand der gegen sie hetzt natürlich nicht vorstellen. Er hat ja solche Probleme nicht! Er sitzt abends friedlich auf der Couch vor seinem Fernseher, vielleicht mit einem guten Glas Wein in der Hand und einer Packung Schokolade auf dem Ranzen und schaut die Tagesschau. "Oh nein, da kommen tausende gut ausgebildete Menschen, die nicht unsere Sprache sprechen (dies aber wollen, aber es leider nicht können, weil es viel zu wenig Deutschlehrer für sie gibt, die bezahlt werden können und die freiwilligen, die das machen, sind leider zu wenig!)! Das wollen wir aber nicht!" Und warum? Damit Deutschland bevölkerungstechnisch schrumpft, weil zu wenig Kinder geboren werden? Selbst die Flüchtlingsströme können diesen Trend nicht stoppen, aber verlangsamen! Also... WARUM? Achja... damit die deutsche Kultur nicht untergeht. Stimmt.... SPINNT IHR? Kultur ist nichts festes, starres, sondern was dynamisches. Kultur lebt vom Austausch, damit sie sich weiter entwickeln kann. Aber neeeeeein! Der Deutsche setzt sich lieber hin und bewahrt und pflegt alles. Nur keine Veränderung. Schön beim Alten bleiben. Sich dynamisch weiterentwickeln? Auf Innovationen setzen? Bloß nicht! Dann könnte das Alte ja verloren gehen! In die Zukunft denken  - igitt! 
Nein, dann beharren wir lieber auf dem Alten und stopfen die Menschen, die kommen, in viel zu kleine Unterkünfte und lassen sie da drin versauern, anstatt ihnen die Chance zu geben, ein neues Leben anzufangen, sich zu integrieren und unsere Gesellschaft weiter zu entwickeln, sie bunter und vielfältiger zu machen. Neeeeein, das wollen wir nicht. Pfui! Wollt ihr dann lieber wieder alle blond und blauäugig sein? Das war wesentlich vielfältiger... stimmt...

Samstag, 25. Juli 2015

Ein bisschen mehr Rücksicht bitte!!!

Mein Schatz und ich haben einen Deal. Immer derjenige der Lern- bzw. Masterarbeitszeit hat, hat das Anrecht auf Ruhe. Dazu haben wir unsere getrennten Arbeitszimmer in eines verlegt (gleichzeitig arbeiten wir dank dem Mini eh nicht mehr), sodass das Wohnzimmer jetzt kein Wohn- und Arbeitszimmer mehr ist, sondern das Wohn- und Mini-Zimmer. Soweit so gut. Damit man aber noch mehr Ruhe hat zum Arbeiten, geht der jeweils andere dann immer mit dem Kleinen raus. Mein Schatz macht dann meistens die Einkäufe oder fährt zum Baumarkt, ich bevorzuge dabei immer einen Spaziergang zum fußläufig schnell erreichbaren IKEA bzw. Shoppingcenter (bei Rossmann, Müller und Co. gibt es immer etwas das man besorgen muss: Pre-Milch, Babywasser, Brei, Windeln...). So auch heute. Also habe ich nach dem Mittag meinen Zwerg in den Kinderwagen gepackt in der Hoffnung eines bald einsetzenden Mittagsschlafes und bin los gestiefelt. Nun sollte ich noch dazu sagen, dass der Weg über freies Feld führt und es heute hier sehr, sehr, SEHR windig ist. Ich habe also die 20 Minuten Fußmarsch damit verbracht abwechselnd das Sonnensegel vor dem Wegfliegen zu bewahren (nein, abnehmen konnte ich es nicht, weil die Sonne ja trotzdem geschienen hat - mitten in den Kinderwagen!) und dem Mini den Schnuller wieder in den Mund zu stecken (ich könnte ja jetzt behaupten der Wind hat ihn raus geweht, aber nein... mein Sohn fand es einfach lustig, das Schnuller-raus-Schnuller-rein-Spiel zu spielen, sodass Mama alle 10m stehen bleiben muss, um ihn dem quengelnden Sohn wieder in den Mund zu stecken...). Zudem kam noch, dass ich mit meinem Röckchen, den Bio-Latschen und dem Neck-Holder-Top etwas zu leicht bekleidet war, weshalb ich relativ bald eine schicke Erpelpelle hatte. Ihr könnt euch also vorstellen, wie breit mein Lächeln war, als ich endlich am Einkaufszentrum angekommen bin. Beim Betreten meinte dann auch noch so eine aufgetakelte, olle Schrapnelle mit viel zu viel rotem Lippenstift in ihrem faltigen Gesicht, dass sie mit ihren roten High-Heels (sorry, aber mit Mitte Sechszig ist man einfach zu alt für High-Heels! Das sieht nicht mehr schön aus.... erst recht nicht, wenn die Haut so lange gebräunt wurde, bis sie aussieht wie eine Rosine....) vor mir durch die Tür drängelte und dann den halben Weg im Schneckentempo vor mir her stöckelte. Überholen war leider nicht drin, denn ich hatte vergessen, dass Samstag ist und deswegen das Einkaufszentrum voll. Richtig voll! Mega voll! 
An dieser Stelle sollte ich noch erwähnen, dass ich mir während der Schwangerschaft immer geschworen habe, dass ich niemals so eine Drängel-Mama werden möchte, die ohne Rücksicht auf Verluste ihren Kinderwagen durch die Straßen, Geschäfte oder sonst wohin schiebt und dabei ein Dutzend Hacken mitnimmt, mehrere Zehen überfährt und unzählige blaue Flecken an Hüften verursacht. Wollte ich nie sein! Seit heute weiß ich - man muss fast so sein. Denn wenn man mit Kinderwagen versucht Rücksicht auf andere zu nehmen, dann ist man - Entschuldigung für die Ausdrucksweise - echt die Gearschte!!! 
Mein erstes Ziel am heutigen Tage war das Schuhgeschäft mit dem grünen D, denn ich bin auf der Suche nach Sicherheitsschuhen für das nächste Wochenende. Geschäfte sind übrigens grundsätzlich nicht dafür gemacht, dass man da mit einem Kinderwagen reinfahren kann. KEINES! NIRGENDWO!!! Ich hab mich trotzdem ganz vorsichtig und rücksichtsvoll durch die engen Gänge geschoben, auf der Suche nach weißen Ballerinas. Ich entdeckte welche, stellte den Kinderwagen ganz am Rand ab, damit man in dem Gang trotzdem noch Platz hatte um durch zu gehen und es dauerte keine Minute (ich hatte noch nicht mal die richtige Größe des Objektes meiner Begierde aus dem Regal gezogen), da kam schon so eine Trulla und schimpfte, warum denn hier so ein blöder Kinderwagen rumstehe. Ja, was soll ich denn machen??? Ihn weg zaubern? Ihn vor dem Laden stehen lassen??? Ich ignorierte die Tante, zog die Schuhe aus dem Regal und probierte. Passte eigentlich ganz gut, aber irgendwie trafen sie nicht so ganz meinen Geschmack... zu viel Klimbims dran. Eigentlich wollte ich ja ganz schlichte weiße Schuhe, aber die gab es leider nur noch in Größe 40. Ich war gerade dabei die Schuhe wieder ordentlich im Karton zu verstauen, als die nächste Frau kam: "Darf ich hier mal ran? Können Sie das Ding mal beiseite fahren???" Die Menschen haben wirklich Glück, dass meine Mama mich zu Zurückhaltung erzogen hat, sonst hätte ich der heute wahrscheinlich mal ordentlich die Meinung gegeigt!!! Ich beschloss also den Laden wieder zu verlassen, aber keine Chance. Die Leute ohne Kinderwagen schaffen es tatsächlich sich noch blöder Mitten in den Gang zu stellen als Mamas mit Kinderwagen. Und wenn man dann ganz freundlich fragt, ob man denn mal vorbei dürfe... Dann kann ich nur von Glück reden, dass Blick nicht töten können, sonst hätte der Mini keine Mama mehr! Im nächsten Laden drängelte sich dann noch so ein junger, arroganter Mann an der Kasse vor, warf mir einen abschätzigen Blick zu und bezahlte in aller Seelenruhe seine Coke. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, naja... bis die Mutti ihr Zeug auf dem Band hat, bin ich dreimal aus dem Laden raus. Warste aber nicht, A****l****!!!! Gebummelt haste! Ewig gebraucht  um deinen Sch***Kassenzettel zu verstauen! Blödmann! 
Ich glaube, die Mamas, die ohne Rücksicht auf Verluste durch Einkaufszentren fahren, haben durch solche Situationen eine ebenso gesteigerte Aggression, wie ich gerade. Keine Entschuldigung, aber durchaus verständlich! Deswegen wäre es doch einfach schön, wenn alle ein bisschen Rücksicht nehmen. Die Mamas mit ihren Kinderwägen und die Leute ohne. Dann wären wir nämlich alle ein bisschen entspannter ;)

Bin ich jetzt alt?

Wir waren heute beim Poetry Slam. Alle drei! Mit unseren Freunden. Es war ein Open Air Slam, wo wir auf Picknickdecken den Poeten lauschen konnten. Unseren Mini hatte ich mir im Tragetuch vor den Bauch gebunden, musste aber vor dem Getränkestand immer auf und ab gehen, weil sich unser Zwerg zum einen beim Applaus immer erschrocken hat und zum anderen mag er es nicht so, wenn er im Tragetuch hängt und ich mich nicht bewege. Jedenfalls kamen die Moderatoren des Slams auch immer mal wieder an mir und dem jüngsten Zuhörer des Abends vorbei, um sich was zu trinken zu holen (was bei der Hitze ja auch sehr löblich ist). Am Ende des Abends ließen sie drei Jutebeutel rumgehen, die das Publikum füllen sollte - als Preis für den Sieger. Sie sagten, man könne alles rein legen, was man möchte. Was man halt gerade so bei sich hat. Eine Dame(!) hätte ja z.B ein Neugeborenes dabei...
Mal ganz abgesehen davon, dass der Mini mittlerweile kein Neugeborenes mehr ist (das sind Babys nur die ersten 3 Wochen ihres Lebens), die Dame mit dem Neugeborenen??? Dame???
DAME??? D-A-M-E???????
Sehe ich, nur weil ich ein Kind hab, jetzt etwa aus wie Mitte dreißig und muss als Dame bezeichnet werden? Tut mir Leid, aber das Wort Dame ist für mich der Inbegriff von alt sein! Da finde ich olle Schrapnell oder Mutti noch netter, aber Dame? Ich hab noch nicht mal die Mitte Zwanzig erreicht und werde als Endfünfzigerin betitelt! Ich hab mich schon schlecht gefühlt, als ich neulich auf dem Bürgeramt meinen neuen Perso beantragt habe und ein Foto von 2012 abgeben wollte und die gute Frau mir gesagt hat, das nehme sie nicht an. Sie würde doch sehen, dass das Foto nicht aktuell sei - immer hin habe ich ja jetzt viel mehr Falten... HALLO? Ich bin 24!!! Das sind keine Falten, sondern Zeugnisse meines freudigen Lebens, dass sich an den miniwinzigkleinen Hautvertiefungen um meine Augen zeigt! Aber doch keine Falten! Die bekommt man erst mit 30 und ich habe beschlossen keine 30 zu werden, sondern 29, dann 29a, dann 29b usw. So kann ich immer hin 26 Jahre überbrücken! 
Ob ich Angst vorm alt werden hab?


...
Um es mit einem Zitat aus meiner Lieblingsserie zu sagen: Schon ein kleines Bisschen!

Ich weiß nicht warum! Vielleicht weil es dann irgendwann nicht mehr so gut ausschaut, wenn man in Shorts und Spaghettiträgertop raus geht. Oder ein Tanktop und diese lässigen Stoffhosen mit wilden Mustern und Gummizug dann irgendwie nicht mehr so straßentauglich sind. Vielleicht, weil die Cremes dann immer teurer werden und sich an bestimmten Stellen des Oberkörpers noch mehr dir ein Schwerkraft zeigt, als sie das nach vier Monaten stillen eh schon tut. Oder weil Zwanzig einfach tausend Mal lässiger klingt als 30... Oder 40... 
Ich weiß es nicht. Jedenfalls habe ich keine Lust darauf mit altklingenden Worten betitelt zu werden, nur weil ich Mama bin! Ich will doch eine coole Mama sein. Ich möchte meinen Sohn irgendwann mal von der Schule abholen und es soll sagen können: Da ist meine Mama! So mit Stolz, weil sie noch lässig und jung ist. Aber das Wort Dame klingt so nach: "Uahh! Meine Mutter holt mich schon wieder ab! Voll peinlich!" o.O Ganz schreckliche Vorstellung!!! Hoffentlich bekomm ich davon jetzt nicht Albträume, denn ich sollte jetzt vielleicht schlafen, damit meine winzigen Hautvertiefungen nicht etwa noch "markant" werden o.O 

Donnerstag, 26. März 2015

Warum?

Warum? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich gerade ganz Europa... 

Als ich vorgestern in den Nachrichten gesehen habe, dass eine Germanwings-Maschine abgestürzt ist, war ich echt schockiert. Letztes Jahr in etwa um diese Zeit bin ich selbst in eine gestiegen und nach Krakau geflogen. Im August von Dresden nach Stuttgart... Mein Liebster ist während unserer Praktika öfter mal zu mir geflogen... Als wir die Bilder gesehen haben, hat er zu mir gesagt: "Stell dir mal vor, du stehst da am Flughafen und wartest. Und dann wird gemeldet, dass das Flugzeug wahrscheinlich abgestürzt ist..." Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich will es auch gar nicht. Zu schrecklich ist der Gedanke. Zu weh tut er jetzt schon.
Gestern hat mein Liebster festgestellt, dass jemand an Bord war, den er aus seinem letzten Praktikum kannte. Er hat es bei Facebook gelesen und hielt es aber erst für einen Fake, einen schlechten Scherz. Ich glaube, dass ist bei jedem das erste, was einem in den Kopf kommt. Dass es nicht sein KANN. Dass sich jemand geirrt hat. Dass es nicht sein DARF! Ich glaube, die Gewissheit lähmt dann. Ich weiß nicht, ob man das sofort realisiert... Ich versuche mir vorzustellen, wie es den Eltern von den 16 Schülern ging. Du stehst da am Flughafen und wartest voller Freude auf dein Kind. Auf seine strahlenden Augen, wenn es dir von seinen Erlebnissen in Spanien erzählt. Darauf, dass es dir seine Fotos zeigt. Du bist wahrscheinlich gespannt, wie es sich damit verändert hat... 
Oder was ist, wenn ihr vorher Stress hattet? Du und dein Kind. Oder du und dein Mann. 
Und dann stehst du am Flughafen und wartest, aber da wird niemand kommen. Niemals! Oder man erfährt am Telefon, dass man niemals die Chance haben wird, sich zu versöhnen. Sich für die harten Worte zu entschuldigen. Man niemals das Leuchten der Erinnerung in den Augen sehen wird. Ich glaub das lähmt. Schockstarre. Ich glaube, dann bekommt man nichts mehr um sich herum mit. Dann ist dein Kopf einfach leer.
Heute kam die Meldung, dass der Copilot den Absturz absichtlich eingeleitet hat. Dass er sich umgebracht hat und 149 Menschen mitgenommen hat. Kein "Trost", dass die Technik versagt hat und die Piloten alles versucht haben, um die Menschen an Bord zu retten. Nein. Er hat nicht versucht sie zu retten. Er hat sie absichtlich mit in den Tod gerissen. 
Da quillt Wut in mir hoch. Egoist wäre in diesem Fall fast noch ein Kompliment! Irgendwas in seinem Leben ist schief gelaufen. Ok! Er wollte so nicht weiter machen. Vor mir aus! Aber warum sucht er sich dann keine Hilfe? Warum macht er es, auch wenn das jetzt hart klingt, nicht allein? Warum muss er 149 Menschen mit umbringen? Warum muss er Familien zerstören? Warum muss er Menschen die Menschen nehmen, die sie lieben? Warum muss er so viele Leben kaputt machen? Er hat ja nicht "nur" die 149 Menschen mit in den Tod gerissen, sondern auch noch unzählige weitere Leben auf den Kopf gestellt. Zerstört. Völlig aus den Fugen gerissen. Aber... warum? Niemand wird darauf je eine Antwort bekommen. Weder wir, die die Ereignisse schockiert, entsetzt und traurig mit verfolgen, noch die Angehörigen, die ihre Liebsten verloren haben. Ich glaube, dieses "Warum?" werden sie ihr ganzes Leben mit sich tragen. Wie eine Last, die ihnen niemand jemals wieder abnehmen kann. Auch weil es nie eine Antwort geben wird...

Samstag, 14. März 2015

Was wollte ich jetzt nochmal?

Ich bin eine Träumerin. Das war ich schon immer. Ich dafür im Ferienlager sogar mal eine Urkunde bekommen. Unser... wie nennt man sowas... Erzieher... im Ferienlager hat das sehr schön umschrieben: freundlich, verträumt, verpeilt. Ziemlich passend. Und weil ich gedanklich öfter in meiner eigenen Welt lebe (zugegeben früher häufiger, als heute), vergesse ich wirklich viel. Meine Eltern haben irgendwann gesagt, dass mein Gedächtnis stolze 3 Schritte ausreicht. "Wenn du zur Oma hochgehst, fragst du sie mal bitte das und das?" Klar. Bei Oma war ich. Aber sie zu fragen, das hab ich vergessen. Bis ich bei ihr oben war, hatte ich nämlich schon wieder tausend andere Gedanken gedacht und da entfällt das einem natürlich, was man eigentlich fragen soll... 
Während des FSJs habe ich dann angefangen, mir alles aufzuschreiben. Deswegen habe ich immer riesige, dicke Kalender oder fette Notizbücher dabei. Die sind sozusagen mein Gedächtnis und wehe ich würde die mal verlieren! Dann wäre ich wahrscheinlich mehr als aufgeschmissen. Aber damit klappt es mittlerweile ganz gut. Ich kann mir auch mittlerweile eine Sache merken, wenn ich Oma etwas fragen soll. Wenn es mehr ist, oder wenn es noch eine gewisse Zeit hin ist, bis ich sie (oder jemand anderen) etwas fragen kann, dann schreibe ich mir das auf! So! Ich vergesse zwar immer noch ziemlich viel (zum Beispiel neulich den Anruf bei meiner besten Freundin zum Geburtstag - Asche auf mein Haupt!), aber immerhin ist es besser geworden. 
Und nun das! In den Ratgebern und Magazinen wird es "Stilldemenz" genannt. Ich habe eher das Gefühl, dass mein Sohn mir nach und nach das Hirn aussaugt oder alle Informationen, die jemals in mein Gehirn geflossen sind! Ein Beispiel. Ich sitze auf der Couch und lese ein Kapitel zum Thema "Nicht-Besucherforschung" für meine Hausarbeit. Schon beim Lesen denke ich mir: "Was wollen die hier eigentlich von mir?" Ich lege das Buch (leicht verwirrt von den vielen Fachbegriffen, die ich eigentlich kennen müsste - immerhin studiere ich ja jetzt schon 9 Semester) beiseite und Andreas fragt mich: "Und was schreiben sie so?" Und das einzige was ich zustande bringe ist ihn verständnislos anzusehen und mich zu fragen: "Ja... was haben die eigentlich geschrieben..." Aber nicht etwa, weil ich es Müll fand, was da drin stand (Publikumsforschung ist eigentlich ein Thema, was mich sehr interessiert und was im Kulturmanagement noch zu wenig beachtet und professionalisiert ist), sonder schlicht weg, weil ich das Buch zugeklappt und damit auch wieder vergessen hatte, was da stand. 
Gut, nun meint meine liebe Hebamme, dass es daran liegt, dass es wichtigeres gifür meinen Kopf gibt, als eine gute Nicht-Besucherstudie, aber es fängt ja schon bei den simplen Dingen an. Zum Beispiel, wenn man unter der Dusche steht, das Wasser über einen drüber rauscht und man sich ernsthaft (!) fragt, was man hier eigentlich gerade machen wollte. Sind die Haare schon gewaschen? Hab ich schon Duschgel benutzt? Und wie lange stehe ich hier schon?
Oder einem gehen zig Sachen durch den Kopf. Und dann entschließt man sich, alles endlich mal aufzuschreiben und dann sitzt man vor seinem Zettel, hat den Stift in der Hand und .... weiß nix mehr! Und wenn man dann soweit ist, dass man sogar den Zettel und den Stift vergisst, na dann gute Nacht! Da kann ich nur froh sein, dass mein Kopf fest gewachsen ist! Wer weiß, wo der sonst rumliegen würde!

Dienstag, 24. Februar 2015

Ist unendliches Glück irgendwann endlich?


Die Dinge über die ich mich aufrege sind eigentlich ziemlich banal. Es sind die anderen Verkehrsteilnehmer, meine Professoren oder manchmal auch meine Kommilitonen. Aber eigentlich ist es nie wirklich etwas schlimmes oder weltbewegendes. Denn wenn ich mir mein kurzes 24jähriges Leben so betrachte, dann muss ich wirklich sagen, dass ich von Glück gesegnet bin. Es ist relativ egal, was ich mir anschaue, irgendwie lief immer alles ganz rund. Ich hab den FSJ-Platz bekommen, den ich damals wollte. Ich hab den Studienplatz bekommen, den ich wollte. Ich konnte in das Land ins Ausland gehen, in das ich wollte. Ich wollte mit meinem Liebsten zusammen den Master machen und auch das hat geklappt! Und das sind, sagen wir mal, die eher nebensächlicheren Sachen des Lebens, auch wenn eine gute Ausbildung wirklich wichtig ist für's Leben! 
Aber ich hab auch eine wirklich fantastische Familie, die immer hinter mir steht, die jeden Scheiß mit mir mitgemacht hat und die mich einfach so liebt, wie ich gerade bin. Und ich bin für jedes einzelne Familienmitglied, dass ich habe so dankbar, dass die Vorstellung irgendjemanden davon nicht mehr zu haben so schrecklich weh tut, dass ich diese Bilder im Kopf lieber ausblende, weil es nicht erträglich ist.
Dazu habe ich einen zauberhaften Fast-Mann. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen hab, hab ich mich - ganz Sabrina-typisch - erstmal über ihn aufgeregt (das war beim Eignungstest für den Bachelor und er hat jedem von seinem "Auddo" erzählt), aber ... ich kann es nicht beschreiben ... er ist einfach der Richtige. Ich schaue ihn an und bin jeden Tag aufs Neue glücklich. Wir leben fast seit Anfang an zusammen, haben natürlich einen Alltag, aber es fühlt sich nicht alltäglich an. Es ist irgendwie jeden Tag wieder neu und jeden Tag wieder schön. Und es zaubert mir immer noch ein verliebtes Lächeln auf die Lippen, wenn ich daran denke, wie er bei der Erst-Party zu mir sagte: "Hey, ich bin der Andi."  Und dann haben wir beschlossen unser Glück zu verdreifachen. Und wir haben einen Zeitpunkt festgelegt, an dem es klappen muss. Und es hat geklappt! 
Und nun habe ich seit einer Woche meinen kleinen Goldschatz. Und ich sehe ihn an und könnte einfach nur heulen vor Glück und vor Freude. Und weil er so wunderschön ist. Perfekt. 
Wie er in die Welt gekommen ist, war nicht leicht, aber ich schaue ihn an und es ist vergessen. Er ist gesund und munter. Und er lächelt mich schief an, wenn ich ihn knuddel und das erfüllt mich so mit Wärme und Glück, dass ich die ganze Welt umarmen könnte.
Ich bin wirklich so unendlich glücklich, dass ich manchmal Angst bekomme, dass irgendwas Schlimmes passiert. Dass das plötzlich vorbei ist und ich irgendjemanden verliere. Dass mein unendliches Glück doch endlich ist. Klingt das egoistisch, dass ich auf nichts verzichten will? Sondern alles am liebsten noch fester halten möchte, damit wirklich nichts verloren geht? In solchen Momenten habe ich sogar Angst, wenn mein Schatz einfach nur Brötchen holen geht... Dass er nicht mehr wieder kommt. Oder dass, wenn das Telefon klingelt, mir jemand sagt, dass jemand nicht mehr ist... Der Gedanke daran treibt mir die Tränen in die Augen. Schnürt mir die Luft ab. 
Aber ich glaube das ist normal. Es geht jedem Menschen so mit den Menschen, die er liebt! Und keiner möchte auf diese Menschen verzichten müssen. Also sollten wir alle auf uns aufpassen! Weil wir alle Menschen sind, die von anderen geliebt werden. Und weil es anderen furchtbare Schmerzen breiten würde, wenn wir nicht mehr da sind. Passen wir auf uns auf und genießen wir vor allem die Stunden und Minuten, die wir zusammen haben. Genießen wir unser Glück. (Und dämmen unser Aufregen über banale Dinge etwas ein. Denn davon bekommt man womöglich wieder Bluthochdruck, Herumflattern oder sonst was. Und das wäre dann wieder kein Auf-sich-aufpassen!)

Montag, 2. Februar 2015

Denkresistenz und Muttikurs

Ich bin ja jemand der sich gern und auch recht viel aufregt. Mal länger, mal kürzer. Mal schneller, mal langsamer. Je nach Tagesform und Anzahl der nächtlich geschlafenen Stunden (ja, das ist ein sehr wichtiger Faktor. Man kann sich also merken, je dunkler die Augenringe, desto reizbarer die Sabrina ;)). Nun bin ich damit ja aber nicht allein. Jeder regt sich mal auf, sogar das ruhigste Gemüt fährt mal aus der Haut. Ein ruhiges Gemüt ist mein Liebster zwar nicht, aber er regt sich anders auf als ich und auch in anderen Situationen. Was sehr praktisch ist, weil wir uns dann gegenseitig beruhigen können oder uns über den anderen lustig machen, weil es manchmal schon sehr amüsant ist, was bei den Wutanfällen des anderen rauskommt. So auch neulich. Wir waren gemeinsam auf den Weg zur Uni und mein Liebster regt sich sehr gern im Straßenverkehr auf - egal ob er als Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer daran teilnimmt. Er schimpft dann über den Autofahrer der zu schnell an den Zebrastreifen rangefahren kommt und dann stark bremsen muss ("Na, dem haben sie doch ins Hirn g'schissen! Wie blöd is' man denn, wenn man so an den Zebrastreifen ranrast!") oder gar drüber fährt ("Ja, geht's denn noch? Da hält man an, du Dummdödel!"). Er flucht, wenn jemand die Vorfahrtsregeln in der 30er-Zone nicht kann und ihm entweder die Vorfahrt nimmt oder darauf wartet, dass er fährt, wenn der andere Vorfahrt hat ("Ja, du doofe Tralla. Hast in der Fahrschule' net aufgepasst, oder was?"). Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich - zumindest wenn ich am Steuer sitze - da ganz ähnliche Sachen auffahre, woraufhin mein Liebster schon mehrfach von der Seite gefragt hat, ob ich mich nicht lieber auf den Verkehr konzentrieren möchte, anstatt die Leute zu beschimpfen. Die Antwort meinerseits könnt ihr euch ja ausmalen - ihr müsst dabei bedenken: In dem Moment rege ich mich gerade auf... (In so einer Situation ist leider auch mein erstes Blitzerfoto entstanden. Da hab ich mich jedoch nicht über die anderen Verkehrsteilnehmer aufgeregt, sondern über den Mitfahrer, den wir mitgenommen haben... Ich überlege immer noch ihm das Foto in Rechnung zu stellen...)
Jedenfalls waren wir neulich auf dem Weg zur Uni und mein Schatz hatte seinen Über-die-Verkehrsteilnehmer-Mecker-Tag und wir haben gesehen, wie ein Auto recht zügig aus der Ausfahrt gefahren ist und ein anderes, welches in der 30er-Zone eh viel zu schnell unterwegs war, abbremsen musste. Es gab ein Hupkonzert und der Abgebremste ist dem Abbremsenden die restliche Strecke an der Stoßstange klebend hinterher gefahren. Es liegt also wirklich keine autofahrerische und geistige Glanzleistung dahinter. Der Kommentar von meinem Schatz dazu, war jedoch das absolute Highlight und ich habe den restlichen Weg in die Uni darüber lachen müssen. Es lief also neben mir und sagte, nachdem er das beobachtet hatte, ganz trocken zu mir: "Also weißt du.... Manche Leute sind doch einfach denkresistent." 
Punkt. 
Denkresistent!
Ich hab so gelacht. Und musste ihm da leider zustimmen. Es gibt manchmal sogar viel zu viele Leute, die eine gewisse Denkresistenz vorweisen, aber irgendwie hat mir bisher dieser Begriff in meinem Wortschatz für solche Leute gefehlt. 
Denkresistent :D Ach schön...

Ganz unbeeindruckt von der Beobachtung von denkresistenten Autofahrern und dem Besuch der Uni wird mein körperlicher Umfang scheinbar täglich größer. Von meinen Füßen habe ich mich schon vor Wochen verabschiedet, Schuhe anziehen ist mittlerweile Aufgabe meines Liebsten und auch wenn etwas auf dem Fußboden gefallen ist, ist es für mich fast ein Staatsakt es wieder aufzuheben (und wehe, es fällt mir gleich wieder aus der Hand!) Auch Socken und Hosen anziehen geschieht mittlerweile unter großem Stöhnen und Ächtzen und die Haare kopfüber föhnen... naja... danach könnte ich glatt wieder schlafen gehen, weil ich fix und fertig bin. Geht aber nicht, hab ja schon Haare gemacht ;) Jedenfalls wurde es also Zeit für den Muttikurs. Ja, ich nenn das jetzt mal Muttikurs, weil hecheln lernt man da gar nicht. Mein Schatz und ich hatten uns für einen Paarkurs entschieden und der fand also letztes Wochenende statt. Ich muss sagen, er war wirklich sehr hilfreich und ich stehe dem Kommenden jetzt immer noch mit Respekt, aber auch etwas mehr Gelassenheit gegenüber. Soweit so gut. Nun gibt es aber noch zwei Termine ohne Männer, nur für die werdenden Muttis und bis heute morgen habe ich mich gefragt, was da wohl so gemacht wird und ob es die überhaupt brauch. Die braucht es! Obwohl der Termin heute für mich zu einer unmenschlichen Zeit war (normalerweise steige ich da aus der Dusche!), war es richtig schön. Es ist so eine richtige Muttirunde, man schwatzt über seine Problemchen (nach einer Stunde Wohnung putzen, muss erstmal ein einstündiges Schläfchen her, sonst hält man die Rückenschmerzen ja nicht aus) und über die Männer (das mit dem Schuhe anziehen muss er übernehmen, das bekomm ich nicht mehr hin) oder auch darüber, was die kleinen Wesen in einem so treiben (nachts wird mit dem Magen Fußball gespielt - als ob man nicht schon genug Probleme mit Sodbrennen hätte...). Und wenn dann noch die Runde aus werdenden Muttis auf eine Runde aus gewordenen Muttis mit den Zwergen trifft, haha, dann gibt's kein halten mehr. Ohhhh, der Kleine ist aber süß. Und trinkt er gut? Und: Ach, du hast aber einen kleinen Bauch! Wann ist Termin? Sobald schon, dann bekommst du bestimmt ein ganz kleines Baby. Ganz ehrlich. Ich hatte echt mal Horrorvorstellungen vor solchen Gesprächen - deswegen hatte ich mich ja auch gegen den klassischen Muttikurs entschieden, der 14 Wochen lang jede Woche stattfindet. Aber ich muss euch sagen, ich bin mittlerweile wahrscheinlich so hormonverseucht - ich finds geil! Ich freu mich schon richtig auf nächste Woche, wenn wir wieder Muttikurs haben und wieder schwatzen können. Und schade, dass das dann schon das letzte Mal ist! Aber... wir wollen uns zum Muttifrühstück treffen ;)

Montag, 12. Januar 2015

Zu viele Eindrücke - was soll man da nur schreiben?

Das neue Jahr ist noch keine 14 Tage alt und schon könnte man schreiben und schreiben und schreiben. Ich hab schon mehrere Posts angefangen und wieder verworfen, weil mir entweder die Zeit gefehlt hat um ihn zu vervollständigen oder weil mir schlicht weg die Worte gefehlt haben. 
Und ich muss zugeben, an vielen Stellen fehlt mir beides bis heute.

Das unspektakuläre Jahr 2014 ist nicht wirklich spektakulär zu Ende gegangen, aber dafür durfte ich mit Menschen in das neue Jahr starten, die mir wirklich am Herzen liegen. Es ist einfach unglaublich, wie schön es sich anfühlt, die Menschen wieder bei sich zu haben, die einem wichtig sind und mit denen man sich versteht und - ja das ist für mich ein wichtiger Faktor - mit denen man auch diskutieren kann. Leider macht einem das auch immer wieder bewusst, was einem im Alltag oft fehlt. Die Menschen, die mir so viel bedeuten, mit denen ich so gerne meine Zeit verbringe, leben leider alle viel zu weit weg von Lubu. Sie sind über ganz Deutschland verstreut und deswegen sehe ich sie leider viel zu selten. Als ich vor einer Woche wieder in unserer Wohnung angekommen bin, war ich zum einen froh, dass ich endlich den Koffer auspacken konnte und wieder in meinen vier Wänden war. Aber zum anderen war ich auch echt traurig, weil ich nie genau weiß, wann ich sie wieder sehe. Bei einigen ist es klarer und Gott sei Dank kein zu langer Zeitraum und bei anderen... bei anderen muss ich wahrscheinlich doch auf DAS Großereignis für meinen Schatz und mich in diesem Jahr warten, bis ich sie wieder bei mir habe. Aber dann! Aber dann hab ich sie (hoffentlich) alle wieder bei mir. Alle auf einmal! Ich glaube, an dem Tag werde ich mir wünschen, die Zeit anhalten zu können, damit der Moment nicht endet.
Aber es ist ein Moment in 2015 auf den ich hinfiebern kann. Einer von so vielen Momenten in 2015. 2014 war nicht sonderlich ereignisreich, dafür wird es 2015 umso spannender! Wir werden uns von der Zweisamkeit verabschieden (und die Zeit bis dahin ist die kürzeste und sie wird wahrscheinlich schneller vergehen, als wir denken können), wir werden unsere Masterarbeiten schreiben und uns einen Job suchen müssen (irgendwann muss der Ernst des Lebens ja mal losgehen), wir werden wahrscheinlich umziehen (wenn irgendjemand Spaß daran hat Umzugskisten zu packen - bitte melden. Mir graut es jetzt schon davor, alles wieder in Kisten zu verstauen. Mal schauen, wie viele mehr es dieses Mal sind...). Und wir werden unseren großen Tag haben. Und das nächste Weihnachten wird definitiv auch anderes als alle bisher. Anders als die gemütlichen Weihnachtstage in den letzten Jahren, an denen ich jede Stunde genossen hab. Ich werde auch die nächsten Weihnachten jede Stunde genießen, aber sie werden definitiv anders. Wahrscheinlich viel lebendiger. und vielleicht auch ein bisschen stressiger. 
Und das alles in einem Jahr! Wahrscheinlich sitze ich nächstes Silvester mit meinen zwei Männern irgendwo auf der Couch und verschlafe den Jahreswechsel, weil ich mich erstmal von den vielen Ereignissen 2015 erholen muss. :-D Oder ich bin genauso aufgeregt, wie dieses Jahr, weil auch 2016 nicht gerade langweilig wird. Ein paar Pläne haben wir ja auch dafür schon geschmiedet...

Und dass 2015 kein Jahr, wie jedes andere wird, das haben die ersten Tage ja auch schon gezeigt. Und das einem bei so vielen Ereignissen auch oft die Worte fehlen, auch das hat das neue Jahr schon gezeigt. Und wenn ich mir die derzeitigen Entwicklungen in der Welt so anschaue, die Pegida in Dresden, die Anschläge in Paris... irgendwie rauschen mir dabei tausend Dinge durch den Kopf, aber ich kann sie nicht in Worte fassen. Das einzige was ich da zur Zeit zu Stande bringen kann, ist eine dicke Falte auf der Stirn. So viele Leute äußern sich dazu, können das was sie dazu denken, in Worte fassen und in den Nachrichten und sozialen Netzwerken kundtun. Sie können sie fürchterlich aufregen und um Kopf und Kragen reden, mit anderen laut darüber diskutieren. Bei solchen Momenten sitze ich meistens nur daneben und kau auf meiner Unterlippe rum. Nicht, weil ich keine Meinung dazu habe, aber irgendwie .... ich weiß nicht... fällt es mir schwer, dass was ich dazu denke, so zu äußern, dass es andere verstehen. Weil ich erstmal eine Zeit brauche, um darüber nach zu denken. Weil ich meine Zeit brauche, um zu begreifen, was da eigentlich passiert ist und was für Wellen das schlagen kann und wird... Ganz einfach, weil mir bei sowas die Worte fehlen...