Nachdem ich nun so langsam wieder in den Uni-Tritt gekommen bin und wenigstens ein bisschen meinen Rhythmus gefunden habe, habe ich auch wieder angefangen ein bisschen mehr Bewegung in mein immer runder werdendes Leben zu bringen. Am besten dafür geeignet soll ja bekanntlich schwimmen sein. Also habe ich mich letzten Dienstag zum ersten Mal in meinen Badeanzug geworfen (jaaaaa, er passt noch :D) und mich auf den Weg in das Uni-eigene Schwimmbad gemacht. Dort angekommen hat mich der Schwimmmeister erstmal darauf hingewiesen, dass "a Bademützepflischt" (Bademützen? Das heißt Badekappen! Diese Schwaben...) besteht und dass man erstmal für "a fünferle de Badepasch erwerbe muss." Nachdem ich ihm mit meinem charmantesten Lächeln mitgeteilt hatte, dass ich weder das eine noch das andere dabei hatte, gab er mir eine Leihbadekappe und ließ mich auch ohne Badepass ins Wasser - "aber nägschte Woch' s Geld mitbringe, gell?" Natürlich!
Gestern machte ich mich also wieder auf dem Weg, diesmal mit meiner eigenen Badekappe und fünf Euro im Gepäck, woraufhin ich meinen "Badepasch" überreicht bekam - "aber immo schö vorzeige, gell?" Natürlich! In der Umkleide schlüpfte ich schnell aus meinen Klamotten in meinen Badeanzug und ab in das angenehm temperierte Wasser. Es war zwar etwas voller als in der Woche davor, aber man nimmt ja Rücksicht aufeinander und so konnte ich in aller Ruhe meine ersten 15 Bahnen ziehen. Man muss dazu sagen, dass dort wirklich alle sportlich schwimmen. Alle sind mit Badeanzügen oder engen Badehosen (in denen schwimmt es sich besser, als in den weiten, geblümten Sommerbadehosen) ausgestattet und niemand schwimmt senkrecht im Wasser oder quatscht.
Wie gesagt, das ging die ersten 15 Bahnen so... Als dann drei "Männer" in buntgeblümten Badeshorts aus den Kabinen traten, die sich erstmal lauthals darüber lustig machten, wie dämlich man doch mit der Badekappe aussieht (kein Wunder, sie hatten sie... keine Ahnung so merkwürdig aufgesetzt, dass sie wirklich dämlich damit aussahen - die Haare über dem Nacken schauten noch raus, aber immerhin waren die Augenbrauen vor dem Wasser geschützt...), hätte ich bereits wissen müssen, was mir blüht. Natürlich drängten sie sich auf die Bahn von mir und meiner Mitschwimmerin und begannen hintereinander (senkrecht schwimmend!) eine Bahn zu ziehen. Ok - amüsant zum Anschauen, ein bisschen drumrum schwimmen muss man auch, aber eigentlich kein größerer Störfaktor. Dachte ich! Denn nach zwei Bahnen schienen die Herren schon so kaputt zu sein, dass sie sich im Nichtschwimmerbereich des Beckens verteilt auf zwei Bahnen niederließen und ... quatschten! Aber nicht nur so mal für ein zwei Minuten, um kurz wieder zu Atem zu kommen oder die Badekappen vernünftig aufzusetzen - nein! Sie hockten dort eine geschlagene halbe Stunde und blockierten vier Schwimmern den "Wendepunkt" auf den Bahnen. Auf das freundliche Bitten meiner Mitschwimmerin hin ein bisschen mehr Platz zum Wenden zu lassen oder mein bissiges Kommentar, dass sie sich Mutties normalerweise ins Café setzen zum Quatschen, kamen nur dumme Sprüche und sie stellten sich uns nur noch mehr in den Weg. Hoffnungslose Fälle auf ganzer Linie. Hin und wieder zogen sie noch ein, zwei Bähnchen - natürlich schön so verteilt, dass man rechts und links nicht an ihnen vorbeikam und selbst drunter durch tauchen wäre nicht möglich gewesen - wie gesagt, ihre Schwimmkünste reichten gerade einmal für senkrechtes Rudern im Wasser um vorwärts zu kommen. Arschbomben vom Startblock waren natürlich inklusive. Ich dachte wirklich, dass es nicht mehr schlimmer kommen könnte, aber solche Typen übertreffen sich in ihrer Blödheit ja meistens nochmal selbst. Als ich schon mehr als genervt war und in ihrer Nähe nochmal extra mit den Beinen austrat (vielleicht trifft man ja "aus Versehen" empfindliche Stellen), fingen sie ernsthaft an, ihre Badekappen wie Wasserbomben mit Wasser zu füllen und sie sich über den ganzen Nichtschwimmerbereich hinweg gegenseitig ins Gesichts zu werfen... Und spätestens, als sie damit in der Umkleide so lange weitermachten und laut grölten, bis selbst ich aus dem Wasser stieg, war mir klar: Dummheit schwimmt oben und geht nicht unter. Vielleicht existiert deswegen so viel davon...