Der letzte Eintrag liegt lange zurück... sehr lange. Asche auf mein Haupt.
Dabei gibt es mittlerweile jeden Tag was zu erzählen. Jeden Tag neue Geschichten, die mich erstaunen, zum Lachen bringen oder mich aufregen. Ich hoffe, dass ich wieder öfter berichten kann. Ich nehme es mir nun jeden Falls fest vor ;-)
Die besten Geschichten hält mein Sohn für mich bereit. Mit seinen zwei Jahren steht er nun schon voll in seinem eignen Leben, weiß ganz genau was er will und auch was er nicht will.
Er will Banane und Kekse. Immer und viel.
Er will "Gute Nacht, Gorilla" anschauen. 10 mal täglich. Mindestens. Und mir dabei die Maus-Nane und den Gokogong zeigen. (Eine Maus, die eine Banane hinter sich her zieht und den Luftballon, der in jedem Bild des Buches versteckt ist.) Dazu jauchzt und lacht er immer herzlich. "Ohhhh, Mama. Da! Gokogong!" Jedesmal! Egal, wie oft wir das Buch in den letzten fünf Minuten angesehen haben.
Er will Bobo Siebenschläfer. In allen Variationen. Als Buch, Hörspiel, Filmchen, Plüschtier... Von den Hörspielen haben wir sechs CDs, von denen jede eine Stunde geht... Ich brauche sie im Auto eigentlich nicht mehr einlegen... Ich kann dem Kobold auch so JEDE Geschichte wortgenau erzählen. Aber das ist nicht das gleiche.... NEEEEEIINNNNN. Mein Kobold braucht die dezent nervige Titelmelodie, um sie mitzusingen. Und er braucht die leicht grenzdebile Erzählerin, die in ihrer monotonen Stimme von Bobo und seiner Mutter erzählt, die ALLES durchgehen lässt. ALLES! Bobo verteilt im Supermarkt die Organgen im ganzen Laden und was sagt die Mama: "Oh! Bobo!" Hä? Oh! Bobo? Das ist alles?
Und am Ende ist Bobo immer eingeschlafen. IMMER. Das Kind soll zwei sein. Also wenn mein Sohn nach dem Bauen eines Turmes, dem kurzen Hüpfen auf dem Bett (er darf auf dem Bett hüpfen!!!!) und dem Anschauen eines Buches oder am Ende eines Kinderarztbesuches einschlafen würde, dann würde ich mir Sorgen machen, Fieber messen, mich fragen, ob alles ok sei. Nein, Mama Siebenschläfer lächelt nur....
Aber. Der Kobold liebt Bobo. Also ertrage ich stumm, die Fingernägel im Lenkrad vergraben die Erziehungsmethoden von Mama Siebenschläfer.
Und wie gesagt, der Kobold sagt auch sehr deutlich was er nicht will.
Auf dem Wickeltisch liegen zum Beispiel. Die Umrandung versperrt ihm nämlich die Sicht zum Fenster und wenn er nicht zum Fenster schauen kann, dann sieht er ja keine Busse... Und wehe es kommt kein Bus! "Mama, Bus? Bus, Mama!!!" Meist erkläre ich ihm dann, dass die Busse müde sind und schlafen. Und meist fährt genau dann ein Bus vorbei und der Kobold sieht mich mit diesem "Ja, ja, Mama. Ich bin nicht blöd"-Blick an. Ja, den kann er. Und er ist erst zwei...
Neulich haben ich ihn abends ins Bett gebracht. Abendessen, baden, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, eincremen - alles wie immer. Alles mit ein bisschen Theater, alles mit ein bisschen Geschimpfe von ihm, aber wie immer.
Dann kuschelt er sich in der Regel in sein kleines Bett, wir lesen noch eine Geschichte und dann singe ich ihm sein Gute-Nacht-Lied. So wollte ich es auch an diesem Abend machen und fing an die erste Zeile zu singen, worauf Felix lauthals "Nein! Mama!" rief. Etwas irritiert hielt ich kurz inne und setzte dann erneut an, woraufhin der Kobold wieder protestierte: "Nein, Mama! Nicht singen! Dududu!!!" und drohte mir mit erhobenen Zeigefinger. Ich schaute meinen Sohn etwas verdattert an und fragte, ob ich kein Schlaflied singen solle, was er verneinte. "Gefällt es dir nicht, wenn Mama singt?"
Und was sagt mein Sohn, ganz kleinlaut?
Genau!
"Nein!"
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