Noch eine Woche! Noch eine Woche zwischen Kartons, Beuteln und mit einem Leben aus der Reistasche. Und in der Woche steht noch viel an. Wohnungsübergabe, Wohnung putzen, nach Hause fahren, Auto beladen, Auto ausladen... Aber heut in einer Woche müsste alles in der Wohnung stehen. Alle Kisten, alle Beutel und alle Reistaschen müssten dann schön auf den 60m² verteilt sein und auf ihre Leerung warten. Dann müssten die unzähligen Bretter, Leisten und Schrauben wieder zu Möbeln verbunden werden. Die Regale, Kommoden und Schränke wollen dann wieder mit dem Inhalt der Kisten befüllt werden. Die Einkaufsliste muss abgearbeitet werden - Gardinen und Stangen, eine Schreibtischplatte, ein Schreibtischstuhl, eine Lampe... Bis zum 14.10. muss alles perfekt und schick sein, dann geht das Studium los. Aber das wird schon... wenn ich dann alles wieder an Ort und Stelle hab und meine Klamotten knitterfrei aus dem Schrank holen kann, dann ist auch alles ein bisschen stressfreier... hoffentlich. Wenigstens habe ich heute mein Großprojekt beendet - eine schicke selbstgenähte Patchworkdecke als Tagesdecke für unser Bett. Ich hatte zwar eigentlich so geplant und geschnitten, dass die Decke 1,70m breit wird und im Endeffekt sind es jetzt nur 1,56m... aber naaajaaaaaa! Dafür ist sie wirklich komplett selber gemacht! Und sie passt ja trotzdem auf unser 1,40m Bett :D
Während man übrigens so Kisten packt bzw. an der Nähmaschine sitzt, kommt man ins Grübeln. Vor einem Jahr war gerade der Sprachkurs in Litauen vorbei. Die Sonne über Vilnius strahlte, wir konnten nachmittags im Straßencafé sitzen und Caramel-Latte trinken. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was mich an der Kunstakademie für ein Chaos erwarten würde, sondern freute mich einfach auf den anstehenden Besuch von Berrit. Und wenn ich so darüber nachdenke, dass ist das alles schon wieder waaaaaahnsinnig weit weg. Und das obwohl noch nicht mal das Fotoalbum komplett fertig ist... Aber wenn ich mir dann unseren etwas spärlich gepflegten Blog von damals durchlese (litauen2012.blogspot.com), dann kommen diese ganzen Erinnerungen wieder hoch und ich muss oft schmunzeln. Und wenn wir dann eine Mail von unserem Freund Matti bekommen, den wir im Sprachkurs kennengelernt haben, dann vermisse ich doch tatsächlich ein bisschen die Nachmittage an denen wir gegen 16.00 Uhr im stockdunklen Vilnius noch in eine Bar gegangen sind, um ein Svyturius baltas zu trinken und kepta duona dazu zu genießen. Jaja, die guten litauischen Abende... Ein bisschen Fernweh ist da auch dabei, immerhin war damals in diesem Land alles neu für mich, kein Mensch hat mich verstanden, aber dennoch war das alles ziemlich spannend. Wo ich jetzt hingehen würde? Mhhh... Nach Lettland, Finnland, Schweden oder Norwegen. Jaja, ich weiß, ich reg mich immer über die Dunkelheit und Kälte auf, aber von der italienischen, französischen und spanischen Mentalität hab ich in dem internationalen Erasmus-Hotel wahrlich genug!
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